Epos Ars
23 Juli 2004
Photo 10 of 41

Erfrischendes Lettering im Western-Seemanns-Stil: Kistenbretter sind zu Buchstaben genagelt, gerafftes Tau (möglicherweise auch eine Lichtschlange) umspielt den Schriftzug "EPOS ARS". Die leichte Assymetrie in der Kalligrafie lässt offen, ob die Lettern CH von späteren Besitzern aus dem Titelende entfernt wurden. Passend zum hölzernen Geschäftslogo sind die beiden tafelförmigen Türpaddeln aus Palisanderimitat. Farblich imponiert die lehmfarbenene Rustikafassade. Deren zweite Reihe ist mit einem leichten Kalkton bestrichen worden. Eine selten gesehene, nicht unraffinierte Gliederung. Stille Würde geht von staubigen Scheiben aus. Handschweiss oder Tapetenkleister hat auf Türflügeln und der Auslagenscheibe Bereiche erhöhter Durchsichtigkeit erzeugt: Im Zusammenspiel mit dem Vintage-Dusting der Scheiben eine schöne Idee. Rätselhaft bleibt die Etymologie des Geschäftsnamens: EPOS könnte einen "Electronic Point Of Sale" oder eine Niederlassung der in den Achtzigern beliebten Hi-FI-Lautsprechermarke EPOS bezeichnen. In eine andere Richtung geht die Deutung, das P in EPOS hätte ursprünglich einen R-Balken gehabt. Damit hätte der Laden "Eros Ars" heissen können und zwischen Handmassagesalon und Sex-Toys-Center alle Spielarten erotische Produkte und Dienstleistungen angeboten.
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